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29. Juli: Wolken sind der neue Fuji!

Seit einigen Tagen sind mein Bruder und ich nun mit meinem Papa unterwegs. Bevor es nach Kobe zu unseren Großeltern geht, werden wir eine Woche lang herum reisen.
Am Mittwoch ging es nach Fujinomiya, einer Stadt direkt am Fuß des Fujis. Da sind wir schon so nah am Fuji und können ihn trotzdem nicht sehen. Dafür jede menge Wolken! Ein Trost waren immerhin zwei schöne Wasserfälle.

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Gestern ging es nach Mitake Shosenkyo, eine von Japans schönsten Schluchten. Dort sind wir mit dem Bus ein Stück den Yasaburoudake-Berg hochgefahren und mit der Seilbahn bis auf die Spitze. Von oben hatte man einen sehr schönen Ausblick auf das umliegende Gebirge. Bei gutem Wetter ist es auch ein idealer Ort um den Fuji zu sehen. Wir durften stattdessen wieder Wolken betrachten. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich den Fuji diesmal nicht sehen werde…

schöner Blick auf die Umliegende Landschaft
schöner Blick auf die Umliegende Landschaft

In der Gegend gibt es viele Edelsteine und Kristalle, welche am Straßenrand verkauft werden. Ein Verkäufer wollte uns einreden, dass die Steine besondere Energie abgeben, wenn man sie berührt. Um uns zu überzeugen sollte mein Bruder seine linke Hand auf einen Stein legen und mit dem rechten Daumen und Zeigefinger einen Kreis formen. Anschließend hat der Verkäufer versucht die beiden Finger auseinander zu ziehen. Das Gleiche hat er ein zweites Mal gemacht, diesmal ohne dass mein Bruder den Stein berührt hat. Mysteriöserweise ist es dem Verkäufer nicht gelungen die beiden Finger auseinander zu ziehen, als mein Bruder den Stein berührt hat. Das muss wahrlich an der Energie des Steins liegen! Oder?!

ein energiespendender Stein
ein energiespendender Stein

Von der Seilbahnstation aus sind wir runter ins Tal gelaufen. Der Weg führte entlang des Alakawa-Flusses, durch das Gebirge. Es gab immer wieder Hinweise auf besonders geformte Steine im Fluss. Da waren zum Beispiel ein Affe, eine Robbe, Tofustücke (?!) oder ein Kamel. Ich will ja nichts sagen aber bei manchen Figuren brauchte man schon sehr viel Fantasie um sie zu erkennen… An einer Stelle gab es einen großen Stein auf dem ein sehr kleiner ballförmiger Stein lag. Es sah sehr interessant aus. Wie er wohl dort hingekommen ist?

ein kleiner Stein auf einem großen Stein
ein kleiner Stein auf einem großen Stein
Bär-Stein
Bär-Stein
selbst entdeckter Fuji-Stein
selbst entdeckter Fuji-Stein

Am beeindruckendsten fand ich wie groß die Steine im Fluss waren. Sie mussten alle mal von den Felsen oben runtergefallen sein. Eine ziemlich faszinierende Vorstellung. Wie das wohl ausgesehen haben muss…

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Auf dem Weg sind wir an einer kleinen Baustelle vorbeigekommen. Da wurde ernsthaft jemand dafür bezahlt neben der Baustelle zu stehen und auf diese aufmerksam zu machen! Gut, dass der Typ da stand, sonst hätten wir sie so mitten auf der Straße glatt übersehen…

Der heilige Berg – Fuji

Über den Wolken..
Über den Wolken..

Ich glaube ich hab noch nie so etwas anstrengendes gemacht! Ungefähr fünf einhalb Stunden lang sind wir den Fuji hoch gelaufen und anschließend drei Stunden wieder runter. Wenn ich laufen sage, meine ich aber kein entspanntes daher laufen, sondern schwerste Beinarbeit!

Meine Mutter (die ca. Eine Stunde länger gebraucht hat) fand es so anstrengend, dass sie die Wanderung mit meiner Geburt verglichen hat. Als sie gemerkt habe wie schlimm das ist, war es schon zu spät um umzukehren. Vielen Dank Mama ✌ Während ich, als ich endlich oben angekommen bin, erst einmal entspannt und gegessen habe, hatte neben mir ein Typ ernsthaft nichts besseres zu tun als eine Querflöte (!) auszupacken und auf ihr zu spielen! Menschen gibt’s…

Während mein Bruder schläft..
Während mein Bruder schläft..
Wer geht nicht zum Querflöte spielen auf den Fuji?
…spielt dieser Mann erst einmal Querflöte 🎶

Während der Wanderung wurden mein Bruder und ich gleich zweimal für ein Paar gehalten. Schon lustig wie unterschiedlich wir in Deutschland und Japan wirken. Während es in Deutschland klar ist, dass wir Geschwister sind (schließlich sind alle Asiaten miteinander verwandt und sehen gleich aus), denkt man hier wir wären zusammen…

In 3776 m Höhe! 💪
„Habt ihr ein Fuji-Date?“

Obwohl der Tag ziemlich bewölkt war und ich mich extra eingecremt hatte, sah ich am nächsten Tag aus wie ein knallroter Panda (ich hatte eine Sonnenbrille auf). Nachdem wir nämlich durch die Wolkenschicht durchgelaufen sind, schien auf einmal die pralle Sonne auf uns und mehr als 3000m Höhe tragen nicht wirklich dazu bei, dass die UV-Strahlen schwächer werden.

Auch wenn die Wanderung echt mega anstrengend war und ich zwischendrin einfach nur zurück wollte, finde ich, hat es sich sehr gelohnt! Zum einen, weil man immer wieder interessante Leute trifft (und hört) und zum anderen, ist es ein echt geiles Gefühl wenn man oben angekommen ist und sich denken kann „Ich habs geschafft!“. Außerdem ist es natürlich ein super Workout und man kann so richtig an seine Grenzen gehen. 💪 Noch schöner wäre es gewesen, wenn es nicht bewölkt gewesen wäre, denn dann hätte man auch noch einen schönen Ausblick gehabt. Alles was ich von oben gesehen habe war stattdessen das: (Nein, meine Kamera war nicht kaputt, ich habe wirklich nichts als weiße Wolken gesehen!).

Toller Ausblick!
Toller Ausblick!

Nach dem Ausflug ging es in ein japanisches Quellbad (Onsen). Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie angenehm es ist nach ca. Neun Stunden wandern in einem heißen Bad zu entspannen. Das war die perfekte Belohnung am Ende eines anstrengenden Tages!